Donnerstag, 27. April 2017

Für mich

Manchmal gibt es Tage, da gerät man ins Grübeln. Eine Bemerkung, vielleicht die Stimmung eines Menschen, Worte, die ins Schwarze treffen - irgendetwas rüttelt in einem Gefühle hoch, die da eigentlich nicht sein sollten. Ich weiß nie, wie ich mit so etwas umgehen soll. Meistens äußert es sich in schlechter Laune, bösen Kommentaren, die ich Menschen an den Kopf schmettere, die es gar nicht verdient haben. Das tut mir dann auch immer leid, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut. Aus der Haut, die eine Mauer um mein Innerstes bildet und so versucht, alles abzuschmettern. In Wirklichkeit prallt da aber nicht viel ab, sondern es geht mittenrein. BUMM! Aua!

Warum ich das schreibe? Weil das alles irgendwie zusammenhängt mit den Bildern, die ich euch heute zeigen möchte. Bildern, die mich unheimlich stolz machen, die mir die Tränen in die Augen treiben - wohlbemerkt sind es Freudentränen. Ich freue mich so riesig über die Entwicklung, die ich in den letzten Monaten gemacht habe. Und doch gibt es auch ein paar negative Gedanken dazu. 

Stoff: Clementine Jersey von Monkeys & Pumpkins

Ich beginne ganz vorn :) 
In den letzten Tagen vom letzten Jahr habe ich einen Beschluß gefasst - ich wollte etwas ändern. An mir. An meinem Körper. Aber irgendwie auch an meinem Ego. Weg von faulen Ausreden, weg vom Graue-Mäuschen-Dasein. Mutiger wollte ich werden, selbstbewusster und bunter. Wollte mich wieder wohlfühlen in meinem Körper, endlich die lästigen Schwangerschaftspfunde loswerden. Egal wie stressig es manchmal ist, ich wollte es mir beweisen. Dass ich stark bin, dass ich es schaffen kann!


Ein paar Tage im neuen Jahr habe ich noch überlegt, wie und wann ich anfange. Mein Mann wollte gern mit mir gehen, mich unterstützen und mich hilfreich zur Seite stehen. Das ist sehr viel wert, wenn man den Rückhalt der Familie hat! Es erleichtert so vieles!
Also haben wir einfach begonnen. An einem Sonntag, die Kinder waren bei Oma&Opa, haben wir einen sogenannten "Cleaning Day" eingelegt. Ein Smoothie voll mit gesunden Zutaten, ein Brot mit Quark und Tomate und eine Tasse Gemüsebrühe. Das sollte meinem Körper zeigen, dass sich ab sofort etwas ändert! Und das tat es, denn ich bekam schon am Abend Kopfweh. Also schnell ins Bett und hoffen, dass es am nächsten Morgen besser ist.
Fast eine Woche hat es gedauert, bis das Kopfweh verschwand. Mit ihm gingen aber auch die Schlappheit und die schlechte Laune! Stattdessen fühlte ich mich auf einmal wie neu geboren. Ich war motiviert, hatte Kraft Dinge zu vollenden, die schon ewig darauf warteten, zu Ende gebracht zu werden. Es ging mir richtig gut! Ich hatte den Zuckerentzug endlich überwunden!


Dieses Konzept, nachdem wir unsere Ernährung umgestellt haben, heißt "Bikini Bootcamp" und stammt aus der Feder von Silke Kayadelen und Heiner Romberg. "Wenn Trainerin und Ernährungsberaterin und ein Mediziner etwas gemeinsam auf die Beine stellen, wird das schon gut sein", dachte ich mir. Und das ist es! BBC, wie die Form der Ernährungsumstellung kurz genannt wird, basiert auf einem Verzicht von Industriezucker und Weißmehl. Es gibt eine Palette an Rezepten, die einfach unheimlich lecker sind. Zunächst wird die Ernährungsumstellung 21 Tage durchgeführt. Es gibt für jeden Tag vorgegebene Mahlzeiten, die durch Obst, Gemüse und Mandeln ergänzt werden dürfen. Dabei ist die Kalorienzufuhr wichtig, denn durch knackige Sporteinheiten kommt es am Ende des Tages zu einem Defizit und das wiederum führt dazu, dass man abnimmt und der Körper sich formt. Das alles ist wunderbar im gleichnamigen Buch erklärt - also falls jemand Interesse hat, dann schaut es euch doch mal an!

Schnitt: "Näh dir dein Kleid" von Rosa P.
Klassisches Oberteil ohne Passé und weiter Rock

Für die Zeit nach den 21 Tagen Bootcamp gibt es ganz viele Tipps und Anregungen, ein weiteres Rezeptbuch und eine tolle Facebook-Gruppe (die gibt es natürlich auch während der 21 Tage, hihi), die einen motiviert, unterstützt und offene Fragen beantwortet. 
Ich habe meine komplette Ernährung nach diesem Konzept umgestellt. Ich koch viele der Rezepte auch heute noch, weiß aber auch worauf ich achten muss, wenn ich eigene Kreationen koche. Und es funktioniert! Ich bin seit 9.1.2017 zucker- und weißmehlfrei, habe ca. 14 kg abgenommen und fühle mich super! 


Ich bin viel fröhlicher, ausgeglichener und stärker geworden. Bin gewachsen. Mein Selbstbewusstsein hat sich gut entwickelt - das könnt ihr auf den Bildern sehen! Die Momente in meinem Leben, in denen ich ein Kleid getragen habe, könnte man fast an einer Hand abzählen. Ich habe mich nie wohl darin gefühlt, fand mich zu dick, hier hat es gekniffen, da hat es gerieben und gespannt. 
Seitdem ich nähe, war es mein Traum, irgendwann mal ein Kleid für mich zu nähen. Der Zettel hängt schon länger in meinem Nähzimmer an der ToDo-Liste. Gestern morgen habe ich ihn abgenommen :)
Ich kann es nicht glauben, dass ich es getan habe! Und, dass es so gut passt. Und sich so gut anfühlt.


Ich habe für das Kleid einen Stoff gewählt, der mir sehr viel bedeutet! Ich liebe die Stoffe von Monkeys&Pumpkins - denn sie sind so bunt, so ausgefallen und haben eine umwerfende Qualität. Die Clementinen fand ich von anfang an besonders toll, aber ich habe mich nicht getraut, mir etwas daraus zu nähen. Wie sollte das denn auch aussehen, wenn ich mich in meinem Körper nicht wohlfühle? Ich habe mir trotzdem 2m von dem Stoff gekauft, in der Hoffnung, dass ich ihn irgendwann einmal verwende. Für mich. Für ein Kleid.
Und taa-daa - hier ist es! Mein Kleid in Gr. M aus einem Stoff, der mein Innerstes so gut beschreibt! Ich liebe es und bin wirklich sehr froh, dass dieser Stoff nun nicht länger gestreichelt wird!


Das alles, was ich euch geschrieben habe, hat auch eine Kehrseite. Und die heißt: ZEIT. Ich habe seit Beginn des Jahres sehr viel Zeit in all das investiert. Einkaufen, Kochen, Lesen, Sport. Dazu kommen permanent kranke Kinder, ein Ehemann, der ab und zu meine Aufmerksamkeit verdient, ein Haus mit 240qm, dass in Schuss gehalten werden will, ab und zu ein bisschen Hilfe im Betrieb, Haustiere, die Aufmerksamkeit fordern und nicht zu vergessen das Nähen - meine Insel der Entspannung. Deshalb habe ich mich bei vielen Menschen nur sporadisch gemeldet, bei manchen vielleicht sogar noch gar nicht. Das tut mir leid, ist auch nicht böse gemeint. Aber ich kann mich eben auch nicht vierteilen. Man macht Fehler, vergisst etwas, meldet sich zu spät. Passiert. Allerdings ohne bösen Hintergrund. Ich habe einfach versucht, mich komplett auf mich zu konzentrieren und meinen Weg zu gehen und zu finden. Und das ist mit all den alltäglichen Aufgaben eben manchmal gar nicht so leicht. Deshalb verzeiht mir - ich meine es nicht böse! Ich kümmere mich nur gerade um mich - das habe ich zu lange vernachlässigt. Ich gehe meinen Weg weiter und bin gespannt, wo mein Ziel liegt. Ich hoffe, ihr begleitet mich!

Ich wünsche Euch ein schönes, langes Wochenende!

Bis bald,
Nicole

verlinkt bei: RUMS


Kommentare:

  1. Meinen größten Respekt,ich weiß nicht,ob ich diese Ausdauer und die Disziplin an den Tag legen könnte.
    Aber es reizt mich sowas mal auszuprobieren.
    Du siehst bezaubernd aus und ich freue mich zu lesen,daß es Dir gut geht.
    Eine feste Umarmung von
    Simone

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  2. Liebe Nicole,
    wow, erst mal ein riesengroßes Lob!!! 14 Kilo sind wirklich eine tolle Leistung! Da gehört eine große Portion Selbstdisziplin zu - Respekt!
    Dein Kleid steht Dir super - und ich bin mir sicher, es werden nun noch viele tolle Kleider folgen!
    Herzlichen Gruß
    Mara Zeitspieler

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  3. Liebe Nicole,

    Was für ein ganz besonderer Post und was für ein zauberhaftes Kleid. Du siehst umwerfend aus!
    Ich finde es klasse, dass du dich nur um Dich kümmerst!
    Viele liebe Grüße
    Anja

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  4. Toll was du geschafft hast! Ich bewundere deine Disziplin! Das Kleid sieht super aus und unterstreicht deine starke Ausstrahlung.
    LG Karin

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